Pascal Leddin: Rede zum Haushaltsschwerpunkt Landwirtschaft
Haushaltsberatungen 2026 - Haushaltsschwerpunkt: Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen,
dieser Haushalt ist so umfangreich, dass man ihm in drei Minuten kaum gerecht werden kann. Aber so viel Zeit muss sein: Danke für die intensiven Haushaltsberatungen, insbesondere an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses.
Aber bevor ich jetzt richtig in die Haushaltsrede starte, wollte ich noch etwas zu der Haushaltsdebatte von gestern sagen. Ich war wirklich verwundert über die Ausführungen. Nicht darüber, was gesagt wurde, damit konnte man rechnen, sondern darüber. was nicht gesagt wurde.
Kein Wort zur Landwirtschaft. Trotz 20 Minuten Redezeit. Das muss man auch erstmal schaffen. Da würde ich als Agrarpolitiker in der eigenen Fraktion stutzig werden und mich fragen, welche Rolle die Landwirtschaft in der CDU überhaupt noch spielt. Scheinbar keine besonders große.
Aber wir haben ja jetzt Zeit. darüber zu reden. Deshalb konzentriere ich mich heute bewusst auf wenige, aber entscheidende Punkte.
Erstens: die kommunalen Veterinärämter. Wir haben hier im Haus in den vergangenen Jahren oft über die Afrikanische Schweinepest und die Vogelgrippe gesprochen.
Aber eines darf man dabei nie vergessen: Ohne die Arbeit der Veterinärämter würde all das nicht funktionieren. Dort arbeiten Menschen, die in Krisensituationen Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und für Sicherheit sorgen, oft fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Und zugleich ist die Wahrheit: Über Jahrzehnte hinweg wurden den Kommunen immer neue Aufgaben übertragen. Aus Brüssel, aus Berlin und auch aus dem Land, ohne dass die Finanzierung Schritt gehalten hätte.
Genau hier setzen wir an. Mit 40 Millionen Euro beenden wir einen Zustand, der viel zu lange hingenommen wurde. Wir lösen ein strukturelles Problem, das über Jahrzehnte verschleppt wurde – und stärken damit diejenigen, auf die wir uns im Ernstfall verlassen können.
Zweitens: das Wassermanagement in der Landwirtschaft. Der Klimawandel ist keine abstrakte Debatte mehr, er macht sich auf den Feldern bemerkbar. Besonders in Regionen mit sandigen Böden wird Wasser zunehmend zur Überlebensfrage für Betriebe. Trockenheit, Ertragsschwankungen, zunehmende Unsicherheit, das alles ist seit Jahren bekannt. Und ebenso lange wurde gesagt: „Da müsste man eigentlich etwas tun.“
Zu oft blieb es bei Worten. Wir machen jetzt den Schritt vom Reden zum Handeln.
Mit 100 Millionen Euro investieren wir erstmals in dieser Größenordnung in ein nachhaltiges landwirtschaftliches Wassermanagement. Nicht als Reaktion auf die nächste Krise, sondern als Vorsorge für die kommenden Jahre.
Drittens: Mit 200 Millionen Euro investieren wir in den ländlichen Wegebau. Eine Forderung, die immer wieder aufkam. Erst hat die CDU 10 Millionen gefordert, dann 5 Millionen und dieses Jahr steht gar nichts mehr dazu im Haushalt. Schade für all die Dörfer, die davon abhängen: Mit der CDU gibt es keinen ländlichen Wegebau. Aber wir investieren, wir kleckern nicht, sondern klotzen – und das wird man in den Dörfern auch spüren.
Wir gehen auch den Niedersächsischen Weg konsequent weiter. Wir investieren in Ökolandbau, in Kooperation statt Polarisierung – und in eine Landwirtschaft, die Zukunft hat.
Dieser Haushalt steht für eine klare Haltung. Wir benennen Probleme – und wir lösen sie. Schritt für Schritt. Verlässlich. Und mit Verantwortung.
Vielen Dank.